#2 YONI STEAM KRÄUTER: Bei Beschwerden

In letzter Zeit fragen mich immer mehr Frauen nach geeigneten Kräutern für Dampfsitzbäder. Viele sind neugierig auf das alte Hausmittel, das als Yoni Steaming gerade eine Renaissance erlebt. Manche haben ein aktues Problem und von einer Freundin gehört, dass Yoni Steaming helfen kann. Aber sie sind unsicher: Welche Kräuter sind fürs Yoni Steaming geeignet? Welche haben sich bei konkreten Beschwerden bewährt? Was weiß die Wissenschaft über die Wirkung dieser Kräuter? Und woher lassen sie sich in guter Qualität beziehen?

Vielleicht stellst auch du dir diese Fragen. Dann ist dieser Artikel genau richtig für dich. Ich habe dir darin ein paar erste Infos zum Thema Yoni Steam Kräuter bei Beschwerden zusammengestellt, die ich bei meinen Recherchen in alten und neuen Quellen gefunden habe. Mein Ausgangspunkt ist die traditionelle Anwendung von Dampfsitzbädern im Alpenraum, wo ich selber aufgewachsen bin und lebe. Ganz unten findest du Buchtipps zum Weiterlesen und Vertiefen.



Kräuter für Dampfsitzbäder in der Volksmedizin der Alpen


Frauen fast überall auf der Welt nutzen seit Jahrhunderten warmen Kräuterdampf für ihre Intimgesundheit - auch in den Alpen. Je entlegener die Täler, desto länger blieb das alte Heilwissen erhalten. Für die "Dampfsitzbäder" oder "Sitzdampfbäder", wie sie hier heißen, werden hier vor allem Kamillenblüten und Heublumen verwendet. Aber auch Ackerschachtelhalm, Schafgarbe, Brennnessel und Echter Salbei sind in überlieferten Kräuterrezepturen enthalten.

So gibt es Berichte von Alphirtinnen, die sich bei entzündeten Hämorrhoiden nicht auf den weiten Weg zum Arzt ins Tal machen konnten. Stattdessen setzten sie sich über einen Kübel mit warmem Kamillendampf und halfen sich auf diese Weise selbst.

Auch in der Geburtsvorbereitung ab der 38. Schwangerschaftswoche waren Dampfsitzbäder ein bewährtes Mittel. Im Allgäu sind sie das bis heute. Dafür werden ein bis zwei handvoll Heublumen mit heißem Wasser übergossen. Sie sollen den Beckenboden entspannen, Geburtsverletzungen vorbeugen und den Muttermund weichmachen.

Besonders häufig werden Dampfsitbäder bis heute bei Harnwegsinfekten eingesetzt. Die oberbayerische Kräuterkundige Eva Aschenbrenner empfiehlt, dafür Ackerschachtelhalm, Brennnessel, Echten Salbei und Schafgarbe zu je gleichen Teilen zu mischen.





Das sagt die Wissenschaft


Die Wirkungsweisen dieser Pflanzen sind inzwischen auch wissenschaftlich erforscht. Insbesondere zum Echten Salbei, zur Echten Kamille und zur Schafgarbe liegen Studien vor, die erklären können, warum sich diese Kräuter in Dampfsitzbädern so lange schon bewährt haben.

  • Echter Salbei (Kraut): Wässrigen Salbeiblätterauszügen wird in Laborstudien ein breites antimikrobielles Spektrum bescheinigt: Sie wirken antibakteriell, antiviral und pilzhemmend, letzteres speziell gegen Candida Albicans, den häufigsten Erreger bei Pilzinfektionen der Scheide. Im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es eine Sachverständigenkommission, die auf Basis klinischer Anwendungsbeobachtungen und/oder klinischer Studien den medizinischen Einsatz von Arzneipflanzen beurteilt. Diese „Kommission E“ empfiehlt die äußerliche Anwendung von Salbeiblättern speziell bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Da die Vagina ähnlich wie die Mundhöhle mit einem mehrschichtig verhornten Plattenepithel ausgekleidet ist, gehen einige Forscher von einer Übertragbarkeit auf Entzündungen im weiblichen Genitalbereich aus.


  • Echte Kamille (Blüten): Was die Erfahrungsheilkunde seit Jahrhunderten weiß, bestätigt heute auch die Wissenschaft: Die Echte Kamille ist eine absolute Allrounderin. Offene und kontrollierte Studien schreiben ihr u.a. eine entzündungshemmende, antimikrobielle, krampflösende, reizmildernde und immunstimulierende Wirkung zu. Die Kommission E gibt Kamillenblüten zur äußerlichen Anwendung bei Haut- und Schleimhautentzündungen frei, ebenso bei bakteriellen Hauterkrankungen und bei Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich – und da konkret in Form von Bädern und Spülungen.


  • Schafgarbe(Kraut): Der Indikationsbereich des Schafgarbenkrautes ähnelt dem der Kamille. Laborstudien bescheinigen ihm insbesondere eine entzündungshemmende, antimikrobielle und krampflösende Wirkung. In klinischen Studien hat sich Schafgarbenkraut als lindernd bei schmerzhaften Krampfzuständen im kleinen Becken der Frau erwiesen. Die Kommission E empfiehlt die Anwendung zu diesem Zweck speziell in Form von Sitzbädern.



Bezugsquellen


Kaufen kannst du diese Kräuter in Arzneimittelqualität in jeder Apotheke und in Bioqualität im Bioladen oder Reformhaus. Bei der Verwendung von Kräutern aus dem eigenen Garten oder der Natur ist es wichtig, dass du sie eindeutig identifizieren kannst. Sie sollten außerdem nicht vom Straßenrand oder von gedüngten Feldern stammen. Geerntet wird an sonnigen Tagen um die Mittagszeit, dann ist die Heilkraft am größten. Alle Kräuter können frisch oder getrocknet verwendet werden..


Dosierung


In traditionellen Rezepturen werden pro Dampfsitzbad ein bis zwei Hände voll der jeweiligen Kräuter in einen Topf Wasser gegeben, das entspricht 5 bis 10 TL Kräuter auf 1 bis 2 Liter Wasser.


Gegenanzeigen und Nebenwirkungen


Nicht jedes Kraut ist für jede Frau geeignet. Wenn du Allergien gegen einzelne Pflanzen hast, solltest du auf sie verziechten. Kamille und Schafgarbe sind Korbblütler und sollten nicht von Frauen mit bekannter Korbblütler-Unverträglichkeit verwendet werden. Heublumen sind nicht das Mittel der Wahl bei Frauen mit Heuschnupfen. Salbeiblätter sollten aufgrund des enthaltenen Thujons maximal zwei Wochen am Stück eingesetzt werden. Auch die Kamille verwendest du am besten nur als Akutmittel, da sie bei längerem Gebrauch die Schleimhäute austrocknen kann. Falls du unsicher bist, frage am besten bei einer naturheilkundlich geschulten Ärztin oder Apothekerin nach.


Literatur zum Nach- und Weiterlesen


Volksmedizin


In den folgenden Büchern finden sich traditionelle Anwendungsempfehlungen und Rezepturen für Dampfsitzbäder bei verschiedenen Beschwerden:

  • Allgeier, Kurt (Hrsg.): Die besseren Pillen. Gesundheit durch natürliche Medikamente und Heilmethoden. Mosaik: 2001.

  • Aschenbrenner, Eva: Rezepte für die Gesundheit. 250 bewährte Anleitungen für Speisen, Tees und Tinkturen. Goldmann: 2001.

  • Hirsch, Sigrid und Grünberger, Felix: Die Kräuter in meinem Garten. 22. Auflage. Freya: 2018.

  • Kunze, Petra und Weigert, Vivian: Wickel, Tees und Mutterliebe. Die besten Hausmittel für kranke Kinder. Gräfe und Unzer: 2012.

  • Seethaler, Susanne: Das Heilwissen der Frauen vom Land für den weiblichen Körper. Nymphenburger: 2009.

Wissenschaft


Eine erfahrene Apothekerin hat mir für meine Recherchen das in Apotheken gebräuchliche Handbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“, ursprünglich herausgegeben von dem Apotheker Max Wichtl, ans Herz gelegt. Der „Wichtl“ richtet sich an Studierende, Ärzt_innen, Apotheker_innen, Naturwissenschaftler_innen sowie an alle Interessierten, die in komprimierter Form verlässliche Informationen über die Wirkung, Verwendung und Dosierung von Teedrogen und Phytopharmaka suchen. Ergänzend dazu habe ich für diesen Artikel eine medizinische Doktorarbeit mit dem Titel „Phytotherapie bei gynäkologischen Infekten“ verwendet, die sich mit dem medizinischen Einsatz von Heil- und Arzneipflanzen speziell bei Frauenleiden beschäftigt. Beide Quellen sind übersichtlich und gut lesbar. Ich kann sie jeder kräuterinteressierten Frau, die sich mit der wissenschaftlichen Perspektive auf Heil- und Arzneipflanzen auseinandersetzen will, empfehlen:


  • Blaschek, Wolfgang (Hrsg.): Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. 6. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart: 2016.

  • Vogel,Stephanie: Phytotherapie bei gynäkologischen Infektionen. Dissertation an der LMU München. München: 2004. https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16628/1/Vogel_Stephanie.pdf


Beide Perspektiven


Die Autor_inn_en der folgenden Bücher sind ein Apotheker, eine Ärztin, eine Heilpraktikerin und eine Hebamme, die jeweils Wissenschaft und Praxis, Schulmedizin und Naturheilkunde zusammenbringen:


  • Achmüller, Arnold: Wickel, Salben und Tinkturen. Das Kräuterwissen der Bauerndoktoren in den Alpen. 2. Auflage. Edition Raetia: 2016.

  • Gerhard, Ingrid Prof. Dr. und von Ganski, Natascha: Die neue Pflanzenheilkunde für Frauen. ZS Verlag: 2012.

  • Stadelmann, Ingeborg: Die Hebammensprechstunde. Stadelmann Verlag: 1994.


Über mich / Wer hinter diesem Artikel steht


Ich bin diplomierte Germanistin und Pädagogin mit einer immer größer werdenden Leidenschaft für das Thema „Natürliche Frauengesundheit“. 2019 habe ich YUNNA mitbegründet, eine kleine Manufaktur für Dampfsitzsaunen im Allgäu sowie www.yunna.org, das im Aufbau befindliche Informationsportal über Dampfsitzbäder inkl. Online-Shop, auf dem du hier gelandet bist. Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin oder Apothekerin und kann, darf und will weder diagnostiziern noch behandeln. Die in diesem Artikel vermittelten Informationen können insbesondere bei ernsthaften Erkrankungen oder Unsicherheiten im Bezug auf den eigenen Gesundheitszustand nicht die Diagnose und Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen.





Und nun zu dir: Hast du Fragen, Anregungen, Ergänzungen oder Feedback ? Schreib mir unter mail@yunna.org! Ich würde mich wahnsinnig freuen, von dir zu lesen !


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DISCLAIMER

Bitte beachte: Die Informationen auf dieser Seite sind als Basisinformation gedacht und dienen zum Einstieg in das Thema Dampfsitzbäder/Vaginal Steaming/Yoni Steaming. Sie setzen sich zusammen aus den Inhalten des Lehrgangs zum Vaginal Steam Faciliator, zusätzlichen Recherchen und persönlichen Erfahrungen.

Für eine sichere Anwendung von Dampfsitzbädern/Vaginal Steaming/Yoni Steaming und zum Erzielen der gewünschten Wirkung ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema notwendig. Bitte bespreche die Anregungen, die du von unseren Seiten mitnimmst, mit deiner Ärztin, Hebamme oder Heilpraktikerin.

Für Probleme, die möglicherweise beim oder oder nach dem Dampfsitz-Saunieren auftreten, übernehmen wir keine Haftung.

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